Mittwoch, 20. Mai 2015

"OHNE KAPITALFETISCHISMUS gäbe es KEINEN FASCHISMUS"




Faschismus - Wieso er immer von den Menschen selbst unterstützt wurde und warum er heute aktueller denn je ist!


Es wird derzeit so viel über Faschismus geschrieben, dass ich denke, es ist an der Zeit ..den Faschismus in der heutigen Zeit (und überhaupt) mal näher zu beleuchten. Das aber nur mit dem Verständnis dafür, wie und wodurch Faschismus überhaupt entsteht.. und warum er (auch wenn wir es nicht glauben wollen) immer auch durch die Menschen selbst getragen wird. Diese Erkenntnis muss man leider erlangen, wenn man die Bevölkerung als Entscheidungsträger der Vergangenheit und der Gegenwart sieht! (und letztendlich sind wir genau das! )

Achso.. nur mal gleich vorneweg.. grüner, brauner, roter Faschismus.. sorry.. aber das ist der totale Quatsch. Faschismus entsteht immer aus einem zutiefst rassistischen, und ungesunden nationalistischen Bewusstsein und Handeln heraus.. wenn man möchte, dass man selber zu den "Auserwählten" in einer Krise gehört, ist man nicht mehr rot(links) sondern eben das Gegenteil Demzufolge ändert nicht der Faschismus seine Farbe, sondern die Protagonisten wechseln die Seite. Demzufolge kann man "den Faschist" dann sehr klar einordnen. Wer sagt, dass er links ist, muss es also noch lange nicht sein. Aber es liegt an uns, dann richtig zuzuordnen, statt alles zu verwischen und den Menschen somit jegliche Sicherheit der Positionierung zu nehmen!

Wer weiterhin politischen Genderwahn betreiben möchte, ist als politischer Analytiker nicht mehr ernst zu nehmen. Ein Verwischen politischer Seiten fördert noch dazu faschistische Tendenzen! Wozu ist also das Verwaschen politischer Begriffe gut, außer, dass man den nachfolgenden Generationen eine Positionierung erschweren will... denn es wird hier wohl niemand ernsthaft glauben, dass man Politik per Zwang in absehbarer Zeit abschaffen könne! Somit spielt man genau den Tendenzen zu, gegen welche man sich vermeintlich ausspricht! ...

"Geschichtlich ist der Faschismus immer eine Reaktion auf den Zusammenbruch der bürgerlichen Gesellschaft im Verlauf einer finalen kapitalistischen Krise"

Faschismus ist ein Begriff aus dem Italienischen, der die Rute (fascies) als legitimes Züchtigungs- und Herrschaftsmittel im Prinzip der Ertüchtigung, Ausrichtung und Gleichschaltung von Menschen nach Maßgabe eines veredelten Gemeinsinns umschreibt (dies meint Faschismus auch im Doppelsinn von Bündelung durch Gewalt). Fascies waren die Ruten, mit denen die Steuereintreiber im 18. Jahrhundert die säumigen Steuerzahler in Italien bestraft hatten.

Faschismus setzt einen Staat voraus, der sich gegen seine Bürger per Gewalt durchsetzen kann. Von da her ist der Begriff mit unmittelbarer Staatsgewalt und dem Zwang zum Staatsgehorsam verbunden.



Der deutsche Faschismus war aus demokratischen Wahlen hervorgegangen, in denen die Parteien ideologische, kulturelle, politische und ökonomische Ursprungssehnsüchte bedient hatten, die meist esoterisch unterlegt waren. In diesem Konglomerat verschmolzener Abstraktionen hatte der Nationalsozialismus die höchste Popularität und kam durch den üppigen Gebrauch populistischer Propaganda an die Macht. Sie bot sich an als Wille eines besonders begabten Menschentums, das durch einen Führer des Heils einer Endlösung die schwelenden sozialen, kulturellen und ökonomischen Krisen auf den Mann brachten.

Der Begriff Faschismus steht heute fälschlicherweise aber meist für eine Staatsgewalt, die sich nicht aus einer Legitimation durch einen "Willen des Volkes", sondern aus der Eigenmacht des Staates selbst begründet sei, als selbständige Staatsgewalt. Diese Selbständigkeit hat der aber nur dadurch, dass er sich als Kulturstaat zu repräsentieren versteht, der sich gegen seine ökonomischen und sozialen Krisen wendet. Durch die hiermit popularisierte Wählermeinung entwickelt er sich inmitten einer repräsentativen Demokratie aus der Administration des Staates, der Staatsgewalt, sobald sie sich in der Repräsentanz des politischen Willen eines Volkes totalisiert.

Ökonomische Grundlage hierfür ist die Notwendigkeit einer zusätzlich zur Reproduktion und Mehrwertproduktion vom Staat erzwungenen Verwertung von Arbeitskräften, besonders im Zweck einer Negativverwertung nach anhaltenden kapitalistischen Krisen, die sich im Staatsbankrott nach unbewältigbarer Staatsverschuldung realisiert hatten. Wenn diese die Kapazität der Kreditierung durch das Finanzkapital überschritten hat, kann die Staatsschuld zunächst nur durch Reduktion der Sozialleistung des Staates und gleichzeitigem Druck auf die nationalen Verwertungsträger, auf die arbeitende Bevölkerung erreicht werden, bevor sie als Expansionstrieb auf das Ausland übergreift.

Es entsteht ein allgemeines Verhältnis der Bedrängung, das von der Notwendigkeit des Staates bestimmt ist, der Geldentwertung, welche die Erscheinung einer Negativverwertung ist, durch Einträge von "frischem Geld" entgegenzutreten. Hierfür wird eine Elite befördert, welche sich als Agent der Bedrängung anbietet, besonders durch Wissenschaftlern und Beamten mit hohem Interesse an der Teilhabe am Wohl des Staates und von daher hoher Bereitschaft zur Disziplinierung der Bevölkerung.



Ökonomisch breitet sich im Zusammenwirken aller Momente der Negativverwertung eine nationale Zwangsgesellschaft auf, die vom Diktat der Staatsschuld, das wesentlich von den Banken, und den Devisen- und Aktienmärkten getragen wird. Das Finanzierungsgebot der Staatsgläubiger erscheint daher auch von selbst auf den Geldmärkten als Gebot der Geldbesicherung. Hierdurch erheischen die kapitalistischen Glücksritter eine Staatspolitik, die zugunsten der Geldsicherung gegen die nationale wirtschaftliche Grundsicherheiten geht.

Der politische Sysyphos in solcher Lage vollzieht sich in der Notwendigkeit, die wirtschaftliche Lage als ganze so einzuregeln, dass die Negativverwertung aufgehoben wird.

Faschismus ist die Ideologie solcher Negativverwertung, die aus der Empfindung der gesellschaftlichen Zerstörung entspringt und die Notwendigkeit des Zwangs gegen die Bevölkerung artikuliert. In der Bevölkerung ensteht besonders unter den davon Betroffenen, die sich kein Bewusstsein über ihre Lage machen oder gemacht haben, also den Reaktionären, der Neid auf jeden Besser gestellten, der sie an der Teilhabe des Besseren, Höheren und Heilen hindert.

Es entsteht eine unbewusste Teilnahme an der Gewalt gegen sich, indem sie als Gewalt gegen andere interniert wird. Sie begründet sich als bewusstloses Negativ aus dem Heil des Ganzen gegen die Minimierung einzelner Interessen und Bedürfnisse, aus der Macht totaler Staatlichkeit. Wesentlich für den Faschismus ist die totale Macht des Ganzen als Vollstrecker einer Art notwendigen Erlösung, der sich alles Einzelne zu unterordnen hat, um nicht als Teil eines Unheils fungieren zu können.

Unheil ist dem Faschismus in doppeltem Sinn vorausgesetzt: Er gründet auf wirklichen Mängeln und Krisen innerhalb eines bestimmten Lebensraums (Staatsbankrott) und ist vom ideellen her die Projektion einer zerstörten Welt und ihre Wendung zur Außenwelt. Faschismus wird dann zu einem staatspolitischen Verhältnis, das von den Bürgern allgemein gewollt wird, um das Zerstörte als das Böse aus einem Land zu bannen.



Der moderne Faschismus ensteht innerhalb der bürgerlichen Demokratie auf der Grundlage freier Meinungsbildung als populistische Reaktion auf ökonomische und kulturelle Mängel und Krisen, die sich nicht mehr innerhalb der bürgerlichen Ökonomie und Kultur aufheben lassen.

Faschismus ist von daher nicht einfach eine Ideologie oder Anwendung eines "falschen Bewusstseins", sondern knallharte Konsequenz aus den ökonomischen Zwängen und den kulturellen Zerwürfnissen, die sich in den Krisen der bürgerlichen Gesellschaft herausstellen.

Daher entwickelt sich Faschismus nicht nur als administrative Politik, sondern zugleich auch als Wählermeinung in der bürgerlichen Demokratie und gewinnt die Akzeptanz der Bürger aus den reaktionären Kräften der bürgerlichen Kultur, aus der Gewalt des Gemeinen, des Gemeinwesens, das sich selbst auf die Beine stellen will, um als Gesellschaft zu überleben. Kultur enthält das Gedächtnis aus der Vergangenheit der Gesellschaft, die so zum Zuchtmeister für die Zukunft gerät.

Es selbst wird zum Maßstab der Reaktion auf gesellschaftliche Krisen, welche ihren Ursprung zur Gewalt von Sittlichkeit verkehrt haben. Diese wird als ethische Kraft des Ganzen gegen die in der Einzelheit begriffenen Zerstörung gewendet. Im Gemeinwesen von gleicher Gesinnung wird diese Gewalt nur durch die Bildung von Masse erzielt, gezüchtet, bestärkt und gesichert. Auch die theoretischen Organe bürgerlichen Verstandes und besonders ihre Vernunft beugen sich der Macht des Faktischen in objektiv begründeter Subjektivität. Das macht die Faszination einer neu gewonnenen Selbstverwirklichung aus, die "Kraft durch Freude", die auch im Sophismus intellektueller Interpretationen des Zeitgeistes aufgeht.

Im Faschismus sind Wille und Macht abstrakte Allgemeinheit, Substanzen einer abstrakt menschlichen Gesellschaft geworden. Faschismus ist die objektive Subjektivität des bürgerlichen Staates, wenn und wie sie aus den Krisen der Ökonomie und Kultur heraus bricht und sich ihnen entgegen stellt.

Funktional ist Faschismus eine Krisenreaktion, die sich aber substanziell nur durch die Kräfte der Kultur bestimmt. Er ist sozusagen die Staatsform von Kulturgewalt, Macht, die durch die Gewalten der Kultur ausgeübt wird, die sich aus dem nährt, was bürgerliche Kultur selbst an Machtmittel bereitstellt.



Faschismus entsteht mitten in einer bürgerlichen Demokratie, in welcher einerseits von den politischen Parteien keine Lösung der zur sozialen Frage eskalierten Krise zu erwarten sind und zugleich andererseits die daraufhin folgenden kulturellen Auflösungserscheinungen grassieren. Vom Standpunkt eines Gemeinwesens, das sich aus einem heilen Menschsein begründet sieht, werden disziplinarische Interessen der Bürger geweckt und verabsolutiert.

Die disziplinarischen Interessen stehen in der bürgerlichen Kultur immer schon latent bereit und werden unter dem Eindruck eines sozialen Massenproblems zu einem Phänomen der seelischen Aufheizung der Massen, die in faschistischen Idealen ihre so gewonnen Anschauungen als Weltanschauung wiederfinden. Diese drücken sich daher auch in der Wahlentscheidung der Bürger in den bürgerlichen demokratischen Wahlen aus.

Geschichtlich ist der Faschismus also eine Reaktion auf den Zusammenbruch der bürgerlichen Gesellschaft im Verlauf einer finalen kapitalistischen Krise, welche die Grundfunktionen und Substanzen der Ökonomie und der Kultur aufzehrt und die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Kompensationsfähigkeiten des bürgerlichen Staates aufbraucht.

In solchen Epochen wird die ökonomische Existenz subjektiv als Negation des bestehenden Lebens empfunden, so sich die Menschen kein Bewusstsein über dessen politische und ökonomische Grundlagen bilden, gebildet haben oder bilden können.

Ein Beitrag von: Evelin Piètza

Gedanken-Quellen:

Analysen: W.Pfreundschuh
Politisches Wörterbuch (Dietz Verlag)